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Zuwenig Angst

Edelmetalle leiden unter ungünstigen Aussichten   Facebook be



30.03.2012
 
Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen

Die Edelmetalle haben es derzeit nicht leicht, denn bei allen gibt es derzeit belastende News.

Gold

Gold leidet wegen Indien. Um das Handelsbilanzdefizit einzudämmen, hat die indische Regierung nun die Goldimportbesteuerung auf 4% erhöht, für Käufe über umgerechnet 3000 Euro sollen nochmals 2% dazukommen. Dies wollen sich Schmuckkäufer und auch Juweliere nicht bieten lassen und so wird derzeit der Goldmarkt bestreikt. Im ersten Quartal sind die Goldimporte bereits um 59% eingebrochen. Die Bombay Bullion Association (BBA) erwartet aufs Jahr einen Importrückgang um 35%. Da im letzten Jahr rund 970 Tonnen importiert wurden, wäre dies ein Minus von 340 Tonnen. In Relation zu Weltjahresproduktion an Gold von 2500 Tonnen immerhin fast 13%. Nun stellt sich natürlich die Frage, ob der Rückgang wirklich so stark ausfallen wird. Denn wenn die Inder ihre Ersparnisse in Rupien belassen, verlieren sie auch jährlich gegenüber dem Dollar einige Prozent, d.h. das Gold wird, ohne dass der USD-Preis steigt, für Inder auch beim Warten teuerer.

Silber

Silber leidet seinerseits auch unter dem Goldpreis, wenn dieser nicht vom Fleck kommt. Negativ ist zudem, dass die Silberproduktion auch 2012 wieder die industrielle Nachfrage übersteigen wird. Ob daher Silber steigen kann, hängt allein davon ab, inwieweit das Überschussangebot durch die Investmentnachfrage absorbiert wird. Und diese leidet wie gesagt unter dem Goldpreis, der auf der Stelle tritt.

Platin, Palladium

Platin ist im Gegensatz zu Silber auch von den indischen Steuererhöhungen betroffen, doch spielt die Platinnachfrage aus Indien keine entscheidende Rolle. Platin und Palladium leiden jedoch vielmehr unter den dunklen Wolken, die sich über der Autoindustrie zusammenbrauen. Das Ergebnis einer am 23.3. präsentierten Studie des Zentrums für Automotive Research (CAR) besagt, dass der europäische Automarkt auf die größte Krise seit Mitte der 90er Jahre zusteuere. "In den nächsten Monaten muss mit weiter sinkenden Verkäufen in Europa gerechnet werden. 2012 wird das schlechteste Jahr in Europa seit 18 Jahren.“ (http://www.auto-motor-und-sport.de/ Platin und Palladium werden zu rund der Hälfte für Autokatalysatoren verwendet. Die Angebotssituation ist allerdings fragil. Probleme bei den südafrikanischen Minen können relativ rasch zu Panikkäufen führen.

Nur die Investmentnachfrage kann es richten

Nun kann die Investmentnachfrage allerdings bei allen Edelmetallen den Kurs massiv beeinflussen. In den letzten Jahren wurde vor allem durch die Auflegung von ETFs viel Geld in den Erwerb von Edelmetallen gelenkt. Ob dieser Trend anhält, ist derzeit ungewiss. Das Problem bringt die UBS auf den Punkt: „Die Schuldenkrise hat ihren größten Schrecken verloren.“ Die UBS rechnet daher nur mehr mit einem Goldpreis auf dem aktuellen Niveau für heuer, im Gegensatz zu Goldman Sachs, die wegen der weiter bestehenden Unsicherheit mit einem Goldpreis Richtung 1840 Dollar innerhalb der nächsten 6 Monate rechnet und dass Gold auf eine neue Rekordmarke binnen Jahresfrist steigt.
Und ob die Schuldenkrise wirklich ihren Schrecken verloren hat, das wird sich erst zeigen, wenn das nächste Griechenland auftaucht.

(cr)


 
 

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24.07.2014
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