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Silber

Weshalb Gold Silber ein Jahrhundert in den Schatten drängte und warum dem Silber glänzende Zeiten bevorstehen – Teil I – Der Niedergang des Silbers   Facebook be



07.06.2010
 
Teil I – Der Niedergang des Silbers

Vergleicht man Silber und Gold, so zeigt sich für Silber ein trauriges Bild. Seit 1910 hat sich Gold im Dollar versechzigfacht (von 20 auf 1200), während sich Silber nur verdreissigfacht hat (von 0,55 auf 18). 1940 kostete Silber gar nur mehr ein Drittel von 1800, Gold um 60% mehr! Auch wenn man sich die letzten Jahrzehnte ansieht, vermag Silber im Vergleich zu Gold nicht zu überzeugen! Silber hat sich seit 1975 in USD gerechnet vervierfacht, Gold versechsfacht, Gold liegt über dem Höchstpreis von 1980, Silber 60% darunter. Ist Silber somit ein notorischer Underperformer und Dauer-Mauerblümchen? Um das zu beantworten, muss man sich die Ursachen für die bisherige Silbermisere genauer anschauen.

Silber ist als Zahlungsmittel so alt wie Gold

Silber ist als Zahlungsmittel und Münzmetall mindestens so alt wie Gold. Je nach Region und historischer Epoche war sogar Silber das primäre Zahlungsmittel. Lange Zeit stand zudem Silber in einer relativ konstanten Beziehung zu Gold, was man mit der Silber-Gold-Ratio ausdrückt.
Im alten Asien (um –700), zur Zeit der Perserkönige, im antiken Griechenland, im antiken Rom, zur Zeit der Karolinger und um 1450 kostete eine Unze Gold stets das 11 bis 14-fache von Silber. In den USA lag es bis 1873 meist bei 15:1. Zu Beginn des 20 Jahrhunderts verfiel das Verhältnis bis auf 40:1, in der Großen Depression bis auf 100:1, erholte sich in den 1970er Jahren kurz auf bis 15:1 (Silberspekulation der Gebrüder Hunt) und steht nunmehr bei rund 65:1. Was war geschehen, wie konnte der Silberpreis in Relation zum Gold dermaßen verfallen?

Silber verlor die Funktion als Zahlungsmittel

Im Laufe des 19. Jahrhunderts hat Silber seinen Status als Zahlungsmittel nach und nach verloren, da sich der Goldstandard zunehmend durchsetzte. Es kursieren auch viele Anekdoten, etwa, dass sich Isaac Newton als britischer Münzmeister bei der Festsetzung des Silber-Gold-Austauschverhältnisses etwas verrechnet haben soll. Bei der Einführung des Goldstandards in den USA soll auch mit Bestechung gearbeitet worden sein, wird berichtet. Jedenfalls wurde Silber als Währungsreserve zunehmend uninteressant, was große Metallbestände freisetzte. Silber wurde zwar in einigen Ländern noch lange in Münzen verwendet, auch in Österreich waren der alte Zehner (bis 1975 gültig) und der Fünfer (bis 1969) noch silberhältig (64%), bis sie durch die neuen ersetzt wurden, die nur mehr aus Kupfer-Nickel bestanden. In den USA wurden enorme Silbermengen durch die Umstellung auf silberfrei Münzen freigesetzt, auch in anderen Ländern ging der Einsatz von Silbermünzen seit Ende des 19. Jahrhunderts sukzessive zurück.

Diese ständige Freisetzung enormer Silbermengen durch die Demonetarisierung drückte über Jahrzehnte entsprechend auf den Preis. Auch der Versuch der Gebrüder Hunt, in den 70er Jahren den Silberpreis zu pushen scheiterte letztlich. Von diesem Hoch, das beinahe 50 Dollar erreichte, ist der aktuelle Silberpreis noch meilenweit entfernt. Kaum waren diese Probleme verdaut, lastete die digitale Fotografie auf dem Silberpreis, da große Nachfrageeinbußen erwartet wurden (die in Wirklichkeit halb so schlimm waren, weil ein relativ hoher Teil des photochemischen Silbers recyclet wurde). Inzwischen ist der Rückgang in der Photographie längst durch andere Anwendungen mehr als wettgemacht.

Hier zeigt sich bereits der große Unterschied zu Gold: Gold wird technisch kaum benötigt, nur rund ein Zehntel der jährlichen Goldförderung geht dafür auf. Silber dagegen ist ein Industriemetall. Etwa 70% des jährlich geförderten Silbers verschwinden unwiederbringlich.
(cr)
(wird fortgesetzt)


 
 

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