Aus den USA kommen wieder einmal abstruse Ideen: In den Financial Times ( http://www.ft.com/ ) erklärte der Ökonom und ehemaliges Mitglied des Offenmarkt-Ausschusses der FED, Edwin Truman, die Regierung solle ihre 8000 Tonnen Gold verkaufen, um die US-Staatsschuld zu verringern. Abstrus ist diese Idee aus mehreren Gründen: Der Verkauf brächte nicht mehr als gut 300 Mrd. USD ein. Klingt nach viel, ist aber wenig, denn damit könnte man die offiziellen US-Staatsschulden gerade mal um 2,3%-Punkte verringern. Man brauche das Gold ohnehin nie mehr, denn ein Rückkehr zum Goldstandard sei undenkbar und je früher man diesen Gedanken endlich begrabe, umso besser, meint der Papiergeld-Verfechter Truman.
Beim Verkauf des Goldes könnte es allerdings ein Problem geben. Denn möglicherweise ist es längst verkauft, denn die letzte Inventur liegt ein halbes Jahrhundert zurück und eine Überprüfung wird seit Jahren vehement abgelehnt („zu teuer!“).
Feindbild für jeden Politiker: Goldstandard
Ökonomen wie Truman und Politikern im Allgemeinen ist eine Rückkehr zum Goldstandard verhasst, denn damit würde man sich der meisten Mittel begeben, die es erlauben, die Bürger mit Papiergeld zu betrügen. Dies hat schon Friedrich von Hayek ohne sich ein Blatt vor den Mund zu nehmen festgestellt:
„Mit Ausnahme der Periode des Goldstandards haben so gut wie alle Regierungen der Geschichte ihre exklusive Macht, Geld in Umlauf zu bringen, dazu benutzt, um das Volk zu betrügen und auszurauben.“ (http://www.fame.org/ )
USA spielen das Spiel seit Jahrzehnten perfekt
Dieses Spiel spielen nun die USA seit Jahrzehnten in fast perfekter Weise: Es werden wertlose Dollars beliebig erzeugt und damit Sachwerte aufgekauft, seien es Rohstoffe, ausländische Unternehmen, Konsumprodukte, Know-How. Natürlich wurde das Spiel, dass die Dollars dank beliebiger Vermehrbarkeit ständig an Wert verlieren, längst durchschaut. Warum wird dann der Dollar noch als Zahlungsmittel akzeptiert? Hier steckt viel Inszenierung und Zwang dahinter. Regierungen, die nicht mehr gegen Dollars liefern wollen, werden kurzerhand zu Terroristen erklärt und durch US-Satellitenregierungen ersetzt. Die ausländischen Zentralbanken werden gezwungen, die sich bei ihnen anhäufenden Dollars als Devisenreserven zu behalten (und nebenbei noch, ihre Goldreserven zu verkaufen). So sind grob geschätzt mindestens drei Viertel der Dollars in ausländischer Hand und dienen als Devisenreserve, d.h. Deckung der lokalen Währungen. Die größten Dollar-Besitzer waren einst Japan und nun China. Alle wichtigen Währungen sind de facto mit wertlosen Dollars unterlegt und damit dem Dollarsystem auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Die USA kann nun letztlich nach Belieben durch Dollar-Entwertung (d.h. weiteres Drucken nach Lust und Laune) und daraus resultierender Abwertung ihre Gläubiger schädigen.
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Dass man davon weiter ausgiebig Gebrauch machen wird hat Ben Bernanke erst am Freitag bekräftigt: Mit dem Kauf weiterer Staatsanleihen will er die Deflationsgefahr bekämpfen. Wobei es eine Deflation niemals geben wird. Würde man die amerikanische Inflation seriös berechnen (wie es shadowstats.com versucht), würde sich zeigen, dass sie gar nicht niedrig ist, sondern irgendwo zwischen 5 bis 10% liegt. Doch offiziell ist sie niedrig. Zu niedrig, wie Ben Bernanke meint, denn die geschönte Kerninflationsrate lag in den ersten 8 Monaten des laufenden Jahres nur bei 1,1%. Eine Inflation von 2% wäre auch tief genug, meint der Offenmarktausschuss der FED. Wie man also sieht, wird in Wahrheit Inflationsbekämpfung ohnehin nicht ernst genommen, denn die wirkliche Aufgabenstellung lautet: Staatsschulden weginflationieren, die Gläubiger zahlen lassen.
Die Zeche zahlt der Sparer
Dass dem so ist, wird über kurz oder lang selbst der blindeste Anleger verstehen oder vielleicht fühlen müssen. Die klugen haben bereits begonnen, sich von ihren US-Staatsanleihen zu trennen. Der größte Anleihenfonds-Betreiber PIMCO (eine Billion USD Vermögen) ist erfahrungsgemäß recht gut informiert und hat begonnen, sich von US-Staatsanleihen zu trennen. Dies ist möglicherweise der erste Schritt, der zum Platzen der Anleihenblase führen wird. Wenn diese Blase wirklich platzt, wird die Krise von 2008/2009 nicht viel mehr als ein kleines Vorgeplänkel gewesen sein. Alle Gläubiger, d.h. Sparer, Besitzer von Lebensversicherungen, Rentenfonds, Pensionsansprüchen werden die Zeche zahlen. Ob Aktien in diesem Fahrwasser gegen den Strom schwimmen können, muss sich erst zeigen. Ob der eingangs erwähnt Goldverkaufsvorschlag Edwin Trumans bei den wahren Lenkern der US-Wirtschaft gut ankäme, ist übrigens fraglich: Denn das Motto lautet ja, Sachwerte gegen wertlose Dollars anhäufen. Ein Goldverkauf wäre da eigentlich das genaue Gegenteil..... Und es gibt noch eine Unbekannte im Spiel: Welche Rolle hat China als größter Dollar-Gläubiger?
(cr)






